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14. September 2010

Menschenwürde 2010

Menschenwürde im Journalismus

Den Preis für Menschenwürde der TERTIANUM-Stiftung 2010 erhält heuer die "Stimme aus Nahost".


Walter O. SeilerDie langjährige DRS-Auslandskorrespondentin Dr.h.c. Iren Meier konnte am 8. September 2010 in festlichem Rahmen in Zürich den diesjährigen Preis für Menschenwürde entgegennehmen, den die TERTIANUM-Stiftung zusammen mit der Zürcher Kantonalbank und Witzig The Office Company in diesem Jahr zum 5. Mal verliehen hat. Mit CHF 10'000.- dotiert, wird dieser Preis Menschen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zugesprochen, die sich durch Handlungen und persönliche Haltung in Wort und Tat der Wahrung der Menschenwürde in herausragender Weise widmen.

"Der Journalismus ist eine Branche, die von Zynismus beherrscht wird. Menschenwürde ist gut, solange sie – genauer: ihre Verletzung – eine gute Story abgibt", monierte Dr. phil. Klara Obermüller eingangs ihrer Laudatio. Iren Meier hingegen verbindet journalistische Distanz mit der Empathie des Herzens: Sie geht nahe heran, hört genau zu und verbirgt ihre eigene Betroffenheit nicht.

Sie hält es für ihre Pflicht als Chronistin der Ereignisse, auf die Verletzung der Menschenwürde hinzuweisen, auch wenn vielen das Zuhören als Zumutung erscheinen mag – denn Krieg ist eine Zumutung. Ihr zuzuhören bedeutet, die Opfer und ihre Nöte wahrzunehmen. Klara Obermüller begründete den Entscheid der Jury: "Iren Meier lässt sich von Spott, Kritik und abfälligen Bemerkungen verärgerter Hörer oder übel wollender Kollegen nicht beirren, und sie scheut sich auch nicht, von Aufklärung zu sprechen, wenn sie das Ethos ihres Berufes zu umschreiben versucht".

In ihren Dankesworten bestätigte Iren Meier dies: Sie nehme diese Auszeichnung persönlich, so wie sie ihre unzähligen Erfahrungen mit persönlichem Engagement weitergebe. Hinsehen und berichten betrachtet sie als Gegenmittel gegen Resignation. – "Es passiert zu viel Unrecht, als dass wir es ignorieren dürften", sagte sie. Das Unrecht, dem die betroffenen Menschen ausgeliefert sind, sei die wahre Zumutung. Wenn wir ihnen zuhören, geben wir ihnen ein Stück Menschenwürde zurück. Denn alle Menschen – im Nahen Osten nicht anders als hier – streben nach Glück und Zufriedenheit.



Kurt Aeschbacher im Gespräch mit der Laudatorin Klara Obermüller

Durch den Festakt führte Kurt Aeschbacher, wie immer sehr engagiert und wohl vorbereitet. Der Präsident der TERTIANUM-Stiftung Prof. Dr. Helmut Bachmaier hatte anfangs in einem kurzen Résumé über ethische Aspekte der Menschenwürde gesprochen. Er schloss mit der Forderung an unsere Gesellschaft, statt ökonomischer Maßstäbe dem Konzept der Würde mehr Gewicht zu geben.

Autorin: Maja Petzold


Quelle: seniorweb
Alle Fotos: © Lukas Pfammatter und TERTIANUM-Stiftung



Bildlegende Titelbild (vlnr):
- Claudio Müller, ZKB und Mitglied des Stiftungsrates
- Maja Petzold, TERTIANUM-Stiftung
- Prof. Dr. Helmut Bachmaier, Stiftungsrat
- Dr.h.c. Iren Meier, Preisträgerin
- Dr. Dr.h.c. Klara Obermüller, Laudatorin und Mitglied des Stiftungsrates
 
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